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Bayerische Geschichte(n), 27/2015: Geheimnisse aus Omas Backstube

Liebe Leserin, lieber Leser, Zimt, Nelken, Kardamom, gestoßene Vanille und fein abgeriebene Orangenschale – in der Backstube von Ida Riss muss es zur Vorweihnachtszeit herrlich geduftet haben. Für das Backen nahm sich die Gattin des Münchner Amtsgerichtspräsidenten stets selbst Zeit, auch wenn ihr standesgemäß Köchin und Hausmädchen für derlei Aufgaben zur Seite standen. Der Herd …

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Bayerische Geschichte(n), 26/2015: Die wunderbaren Wunderjahre

Liebe Leserin, lieber Leser, Telefonzellen? Das waren diese gelben Häuschen mit öffentlichen Münzfernsprechern, in die man 20 Pfennig einwerfen musste, um dann stundenlange Ortsgespräche führen zu können. Telefone für unterwegs sozusagen. Schallgeschützt das Ganze übrigens. Ab den 1920er Jahren gehörten Telefonhäuschen mit Münzfernsprechern zum vertrauten Bild öffentlicher Plätze und Straßen, ab 1946 waren sie überall …

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Bayerische Geschichte(n), 25/2015: Schwabing leuchtet

Liebe Leserin, lieber Leser, zu Schwabing gehören die Bohème und das wilde, süße Leben. Schwabing war das berühmteste Künstlerviertel des Kaiserreichs, im Zeitalter autoritärer Zensur mit Abstand der liberalste Ort in Deutschland. „Schwabing ist kein Ort, sondern ein Zustand“, befand Fanny Gräfin zu Reventlow, selbst eine der schillerndsten Protagonistinnen der Schwabinger Bohème. Weitaus weniger bekannt …

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Bayerische Geschichte(n), 24/2015: Heiliger Leonhard, bitt für uns!

Liebe Leserin, lieber Leser, „Weibersterbn is koa Verderbn, aba Roßvarecka, des ko di schrecka“, sagte man früher in Bayern. Auch wenn man diesen derben Spruch nicht allzu wörtlich verstehen sollte, so weist er doch eindrücklich darauf hin, dass Pferde für die Bauern in früheren Jahrhunderten ein kostbarer Besitz waren. Und so erklärt es sich auch, …

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Bayerische Geschichte(n), 23/2015: Wie der Fredl das Musikkabarett erfunden hat

Liebe Leserin, lieber Leser, „Bin i froh, dassd do bist! Heit muasst spuin!“ Damit hatte Fredl Fesl nicht gerechnet, denn eigentlich hatte er auch an jenem denkwürdigen Abend seine Gitarre nur dabei, um sich – als Musiker getarnt –am Kassenfräulein vorbei in sein Stammlokal zu schmuggeln. Das „Song Parnass“ in der Einsteinstraße war im München …

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Bayerische Geschichte(n), 22/2015: From Landsberg with Love

Liebe Leserin, lieber Leser, für die „German Fräuleins“ soll sich der Airman Johnny Cash, der von 1951 bis 1954 in Landsberg am Lech stationiert war, gar nicht interessiert haben. Beinahe täglich schrieb er einen langen Brief an seine Verlobte Vivian Liberto, die in Texas drei lange Jahre auf ihn wartete. Nichts fürchtete er mehr, als …

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Bayerische Geschichte(n), 21/2015: Es war „unser München“…

Liebe Leserin, lieber Leser, weil gläubige Juden am Sabbat außer Haus keine Gegenstände transportieren dürfen, trugen am Samstag die Nachbarskinder dem kleinen Lion und den anderen Sprößlingen der Familie Feuchtwanger den Schulranzen in die Schule. Als Gegenleistung erhielten sie ein Mittagessen im Haus der Feuchtwangers. Um die Sabbatruhe zu wahren und gleichzeitig die Produktion weiterlaufen …

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Bayerische Geschichte(n), 20/2015: Geradestehen für den Fotografen

Liebe Leserin, lieber Leser, da wird einem schon beim Anblick schwindelig: Drei Männer stehen völlig frei auf der Spitze des St.-Georg-Kirchturms in Freising und posieren für den Fotografen. Eine waghalsige Aktion, die damals am 14. Juni 1892 sicherlich zahlreiche Schaulustige anlockte. Den drei Spenglern, die seinerzeit umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Kirchturm durchführten, ist zum Glück nichts …

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Bayerische Geschichte(n), 19/2015: Bewohner und Bewahrer

Liebe Leserin, lieber Leser, die Bewohner des Olympiadorfes verstehen sich, wohl mehr als die Bewohner anderer Münchner Stadtviertel, als eine besondere Gemeinschaft – vielleicht nicht zuletzt aufgrund der einzigartigen Geschichte und Architektur des Dorfes: Wie ein See wirkt die Flachsiedlung des olympischen Frauendorfes, hinter der sich das Gebirge des Männerdorfes in drei Wellen auftürmt. Vielbefahrene …

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Bayerische Geschichte(n), 18/2015: Vom „Bauernnest“ zur Musikstadt

Liebe Leserin, lieber Leser, ein echtes Münchner Kindl war der berühmte Komponist Richard Strauss, der am Altheimer Eck 16, direkt in der Münchner Altstadt am 11. Juni 1864 das Licht der Welt erblickte. Sein Vater Franz Strauss, Hornist im Hoforchester, und seine Mutter Josephine, die aus der Bierbrauer-Dynastie Pschorr stammte, förderten den kleinen Richard schon …

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Bayerische Geschichte(n), 17/2015: Bäume ausreißen kann ich jetzt nicht mehr…

Liebe Leserin, lieber Leser, Sepp Daxenberger war ein Mann, der polarisierte. Für die einen war er nur ein Bauer vom Dorf, für viele andere aber ein politischer Hoffnungsträger. Er galt als Vertreter der einfachen Leute, als Verfechter der Interessen der Landwirte. 52 Landwirte aus dem Chiemgau wollten dem Landtagsabgeordneten Daxenberger, der selbst Biobauer war, deshalb …

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Bayerische Geschichte(n), 16/2015: Einkehren – regional, saisonal, original

  Liebe Leserin, lieber Leser, der Brunnenhof liegt inmitten einer grünen Idylle. Alte Bäume spenden wohltuenden Schatten, kaum ein Motorengeräusch ist zu hören und im Teich neben dem Biergarten tummeln sich plätschernd die Forellen – perfekt für Erholungssuchende, Ausflügler und vor allem Freunde des guten Essens. In Oberschwarzach in Unterfranken sorgt Gastgeber Thomas Sauerbrey dafür, …

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Bayerische Geschichte(n), 15/2015: Katastrophe oder Idylle?

Liebe Leserin, lieber Leser, „Wohl wurden von Seiten der Stadtverwaltung sog. Gemeindeaborte und Brunnen zur gemeinschaftlichen Benutzung gegen eine monatliche Gebühr von 30 Pfennig den einzelnen Parteien zur Verfügung gestellt, allein sobald diese etwas abseits von den betroffenen Herbergen liegen, greifen die Herbergeinwohner zu einem sehr verwerflichen Mittel, d.i. die Aufstellung von sog. Nachtkästen in …

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Bayerische Geschichte(n), 14/2015: Hexenpflanzen, Schmeckbladl und Wurstkraut

Liebe Leserin, lieber Leser, zur Herstellung einer Flugsalbe benötigte man in früheren Zeiten Schwarzes Bilsenkraut, Tollkirsche und Eisenhut. Als mittelalterliche Hexe musste man sich allerdings nach einer Einreibung mit dieser gefährlichen Mischung weniger vor einem Absturz aus großer Höhe denn vor der Inquisition und dem Scheiterhaufen fürchten: Es waren wohl die im Eisenhut enthaltenen Alkaloide, …

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Bayerische Geschichte(n), 13/2015: Der Kinderwagen als Geheimversteck

Liebe Leserin, lieber Leser, in Marienbad in Westböhmen ließ sich die junge Marlene Wetzel-Hackspacher zur Konditorin ausbilden. Besonders angetan hatten es ihr dabei die traditionellen Karlsbader Oblaten. Bei der Flucht im Januar 1946 versteckte sie daher ein 15 Kilogramm schweres Waffeleisen im Kinderwagen ihrer kleinen Tochter. Während der entbehrungsreichen Fahrt nach Bayern saß die Tochter …

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Bayerische Geschichte(n), 12/2015: Ein hässliches Entlein, ein schöner Schwan und ein schwimmender Dackel

Liebe Leserin, lieber Leser, es wäre ja auch zu schön, um wahr zu sein: Der Märchenerzähler Hans Christian Andersen fährt in einem Ruderboot zur Roseninsel. Da schwimmt eine Entenfamilie vorbei und der Dichter erfindet spontan für den König, der ihn zu dieser Bootspartie eingeladen hat, ein Märchen von einem hässlichen Entlein, das sich in einen …

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Bayerische Geschichte(n), 11/2015: Slow Food aus Uromas Küche

Liebe Leserin, lieber Leser, Puddingpulver oder gar Fertiggerichte kannte Maria Pauly nicht. Im Jahr 1899 hatte sie zur Vorbereitung auf Ehe und Familie, vor allem aber auf ihre zukünftige Rolle als „Managerin“ eines großen Haushalts, drei Monate lang eine Koch- und Haushaltsschule besucht. Aus den Rezepten und Menüvorschlägen, die sie feinsäuberlich in ein ledergebundenes Büchlein …

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Bayerische Geschichte(n), 10/2015: Ich kannte nichts anderes als Verfolgung

Liebe Leserin, lieber Leser, Rita Glasner war drei Jahre alt, als Hitler Reichskanzler wurde. Im selben Jahr waren ihre Eltern der Religionsgemeinschaft der Bibelforscher beigetreten. Die Bibelforscher oder Zeugen Jehovas, wie sie sich seit 1931 offiziell nannten, waren überzeugte Kriegsgegner und verweigerten den Hitlergruß, weil sie den Führerkult ablehnten. Nur wenige Monate nach der „Machtergreifung“ …

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Bayerische Geschichte(n), 09/2015: Kampflose Übergabe in letzter Minute

  Liebe Leserin, lieber Leser, „2 Mann sprangen vom Auto, das Gewehr im Anschlag, wir trafen uns vor der Sakristei. Ein Oberstleutnant mit Ritterkreuz und ein Hauptmann in Wehrmachtsuniform!“, notierte der Gröbenzeller Pfarrer Josef Auer am 29. April 1945. Der Pfarrer hatte eine weiße Fahne als Zeichen der kampflosen Übergabe auf dem Kirchturm gehisst – …

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Bayerische Geschichte(n), 08/2015: Alles neu macht der Mai…

Liebe Leserin, lieber Leser, …macht die Seele frisch und frei! In den Wonnemonat fällt die Blütezeit des Waldmeisters, das wohlriechende Kraut mit den leuchtend weißen Blüten. Im Gasthaus Berndorf in Niederbayern wird traditionell die grüne Maibowle ausgeschenkt. Das süße, aromatische Getränk wird besonders gern von jungen Frauen getrunken. Der Wirt Georg Kölbl bezeichnet es deshalb …

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Bayerische Geschichte(n), 07/2015: Erst die Einkehr, dann das Einkehren

Liebe Leserin, lieber Leser, die Benediktinerabtei Ettal mit der weithin sichtbaren Kuppel liegt nördlich von Garmisch-Partenkirchen und südöstlich von Oberammergau auf etwa 900 Metern Höhe in einem engen Gebirgstal – die mächtige schlossartige Anlage wirkt in dieser Lage beinahe wie ein Fremdkörper. Ludwig der Bayer gründete das Kloster auf dem Rückweg von einem Romfeldzug, auf …

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Bayerische Geschichte(n), 06/2015: Frühlingserwachen extrem

Liebe Leserin, lieber Lesern, der Frühling weckt nicht nur die Natur aus ihrem Winterschlaf, auch der Bayer entwickelt nach der – für seine Verhältnisse – geruhsamen Winterzeit wieder frischen Tatendrang. Ein Glück, dass es bis zum 1. Mai und somit einem ersten Highlight des bayerischen Brauchtum-Kalenders nicht mehr weit ist: Maibaumaufstellen und Maibaumkraxeln zählen ja …

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Der letzte bayerische König war ein begeisterter Segler und Ehrenkommodore im damals noch Königlich Bayerischen Yachtclub in Starnberg. Die Starnberger See, der Bodensee und auch die Würm waren seine bevorzugten Segelreviere (Bayerischer Yacht Club, Starnberg/Foto: A. Brandl, München).

Bayerische Geschichte(n), 05/2015: Von Bayern san mir doch alle

Liebe Leserin, lieber Leser, am 7. November 1918 rief Kurt Eisner in München den Freistaat Bayern aus. Der gemütliche letzte bayerische König, der von seinen Untertanen wegen seiner Liebe zur Landwirtschaft beinahe zärtlich „Millibauer“ genannt wurde, soll vom Ausbruch der Revolution von einem Passanten bei seinem nachmittäglichen Spaziergang im Englischen Garten erfahren haben. Der 73-jährige …

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Münchner Geschichte(n), 04/2015: Sein oder Nichtsein unterm Sternenhimmel

Liebe Leserin, lieber Leser, so winzig das Theater ist, das Gerhard Weiß während der Wintermonate in seiner Schwabinger Wohnung bespielt, so riesig ist sein sommerlicher Zuschauerraum: In den achtziger Jahren trat er mit seinem Wandertheater auf Wiesen und in Parks überall in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz und sogar in Italien auf. Überwölbt wurde …

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Bayerische Geschichte(n), 03/2015: Dem Depp sei Hacklstecka

Liebe Leserin, lieber Leser, „Das ist ein schöner Lug, wenn man immer herumsagt, bei uns in Bayern gibt es keinen Fortschritt nicht und wir passen uns nicht der neuen Zeit an! So was erfinden bloß die Norddeutschen und die sonstigen Ausländer, die wo immer auf Sommerfrische herunter kommen zu uns und meinen, wenn sie einmal …

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Münchner Geschichte(n), 02/2015: Ein neuer Bahnhof für das neue München

Liebe Leserin, lieber Leser, über 500 Züge pro Tag fuhren bereits im Jahr 1946 wieder im Münchner Hauptbahnhof ein und aus. Der provisorische Wiederaufbau der im Bombenhagel zerstörten Bahnhofsgebäude hatte schon am 6. Mai 1945 begonnen – er wurde zu den dringlichsten Aufgaben unmittelbar nach Kriegsende gezählt. Der Architektur-Professor und Münchner Stadtbaurat Karl Meitinger, der als …

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