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Der Ort Selb in einer Handzeichnung des „Sechsämterlandes“ aus der sogenannten Selber Chronik des Diakons Magister Paul Reinel von 1560. Das Sechsämterland entspricht heute in etwa dem heutigen Landkreis Wunsiedel. (Foto: Stadtarchiv Wunsiedel/Peter Seißer)

Bayerische Geschichte(n), 22/2016: Ohrfeigen auf der Kanzel

Liebe Leserin, lieber Leser, die großen Meilensteine der Reformation sind uns allen vertraut: Martin Luthers Thesenanschlag im Jahre 1517 oder Philipp Melanchthons Confessio Augustana, in der die lutherischen Reichsstände sich 1530 zur ihrem Glauben bekannten. Doch was geschah hinter der großen Bühne? Wie wirkte sich der Umsturz der katholischen Lehren auf die kleinen Kirchengemeinden in …

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Bayerische Geschichte(n), 21/2016: Kleine Gebrauchsanweisung für das Paradies auf Erden

Liebe Leserin, lieber Leser, das Paradies: Wenn die biblische Erzählung stimmt, hat hier die Geschichte der Menschheit begonnen. Ein wunderbarer Ort, um die ersten wohlbehüteten Schritte auf der Erde zu unternehmen – weiches Gras unter den Füßen, blauer Himmel über dem Kopf, die Sonne wärmt und die Natur sorgt an jeder Ecke für fruchtig süße …

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Bayerische Geschichte(n), 20/2016: Dem Verlagsteam sein Lieblingsbuch

Liebe Leserin, lieber Leser, „da haben wir ein neues Manuskript, das schaut ihr euch jetzt alle einmal an, das ist was Besonderes“, verkündete unser Verleger eines Tages. Und dann haben wir uns den Kreuzbauern und seine Gans halt mal gemeinsam angeschaut. Es hat nicht lang gedauert, dann haben wir über die vielen liebevollen Details der …

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Der satirische Blick auf die Welt zeichnet die Illustrationen von Franz Eder aus. Ausgewählte Werke von ihm und Klaus Eberlein sind im aktuellen „Bayerischen Hausbuch auf das Jahr 2017“ der Münchner Turmschreiber zu sehen.

Bayerische Geschichte(n), 19/2016: Ein bayerischer Bestseller wird 35!

Liebe Leserin, lieber Leser, die Münchner Turmschreiber sind eine kleine Sensation im deutschsprachigen Literaturbetrieb. Die illustre Schriftstellervereinigung existiert nämlich bereits seit 1959. Hanns Vogel, ein echtes Münchner Kindl und seiner Stadt ein Leben lang als Schriftsteller, Dramaturg und Theaterleiter eng verbunden, rief die Turmschreiber zusammen mit sieben weiteren Autoren einst ins Leben. Benannt sind sie …

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Bayerische Geschichte(n), 18/2016: Mit Paula durch den Advent

Liebe Leserin, lieber Leser, draußen wird es immer kälter, die ersten Schneeflocken wurden schon gesichtet und die Weihnachtsfeiertage sind nicht mehr fern. In München fällt der Startschuss für die Adventszeit schon heute am 9. November, wenn um 10.00 Uhr der große Christbaum vor dem Rathaus aufgestellt wird. Paula und Luca, die beiden Helden von Diana …

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Die Mönche aus dem Kloster Tegernsee flehen und zetern umsonst: Die Raubritter vom Fischerfleck haben den Abt im Käfig und wollen ihn nur gegen einen gewaltigen Haufen Gulden eintauschen.

Bayerische Geschichte(n), 17/2016: Wilde Raubritter und schlotternde Mesner

Liebe Leserin, lieber Leser, wie viel Wahrheit steckt in den Sagen, die von einer Zeit erzählen, zu der in Bayern noch Hexen, Geister und der Teufel höchstpersönlich ihr Unwesen getrieben haben sollen? Die meisten der alten, lange nur mündlich überlieferten Geschichten tragen einen wahren Kern in sich und sind fest mit einem bestimmten Ort verbunden. …

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In einem Nebenraum der Einsiedelei-Kapelle finden sich zahlreiche Votivgaben in Form von aus Holz geschnitzten Händen, Füßen und Beinen. (Fotos: Werner Schäfer)

Bayerische Geschichte(n), 16/2016: Vielfalt im Bayerischen Wald

Liebe Leserin, lieber Leser, der Bayerische Wald ist vor allem bekannt für seine Naturlandschaft. Dabei wird häufig vergessen, dass er auch eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft ist. So birgt er neben Burgen und Schlössern, Kirchen und Klöstern, Museen und Erlebnisorten, auch urige Gasthäuser, Brauereien, altes Handwerk. Einen alten Brauch kann man in St. Hermann in …

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Im Schloss Höhenried residierte die "last Queen of Bavaria", Wilhelmina Busch-Woods, bis zu ihrem Tod. (Foto: Jörn Kachelriess)

Bayerische Geschichte(n), 15/2016: The last Queen of Bavaria

Liebe Leserin, lieber Leser, in dem kleinen Ort Bernried am Westufer des Starnberger Sees liegt das Schloss Höhenried. Einst lebte hier Wilhelmina Busch-Woods, die Tochter des amerikanischen „Bierkönigs“ Adolphus Busch aus der Brauereidynastie Anheuser-Busch. Die junge Brauereierbin kam 1911 bei einem Jagdausflug nach Bernried und kaufte sich praktisch im Vorbeifahren dort ein. Zuletzt besaß sie …

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Drachenstich

Bayerische Geschichte(n), 14/2016: Im Zeichen des Drachen

Liebe Leserin, lieber Leser, seit mindestens 500 Jahren wird in Furth im Wald ein „Lindwurm“ gestochen. Der älteste schriftliche Nachweis für das Spektakel, das wohl seinen Ursprung in einem geistlichen Schauspiel während der Fronleichnamsprozession hat, findet sich im Further Ratsbuch von 1590. Die Tradition des Drachenstechens dürfte aber wohl noch weiter in die Vergangenheit zurückreichen. …

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Die am Ende des 14. Jahrhunderts angelegten Nürnberger Felsenkeller sind die ältesten ihrer Art in Bayern und können im Rahmen von Führungen besichtigt werden. (Foto: BLfD, Eberhard Lantz)

Bayerische Geschichte(n), 13/2016: Und jetzt ein kühles Bier!

Liebe Leserin, lieber Leser, im mittelalterlichen Bayern trank man Wein und keinesfalls Bier. Der im ganzen Land angebaute Wein schmeckte nicht nur besser als das aus unzähligen, manchmal auch lebensgefährlichen Ingredienzen zusammengebraute Bier, er war auch deutlich länger haltbar und deshalb für einen lukrativen Handel geeignet. Um Bier als Wirtschaftsgut zu etablieren, musste man also …

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Das Strandbad in Feldafing am Starnberger See aus dem Jahr 1927 (Foto: Katrin Vogt)

Bayerische Geschichte(n), 12/2016: Dreispitzbadehose und Eis am Stiel

Liebe Leserin, lieber Leser, wann genau der Mensch zu schwimmen begonnen hat, darüber gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Im alten Ägypten musste man wohl der höheren Gesellschaftsschicht angehören, wenn man schwimmen lernen wollte. Bei den Griechen hingegen war das Schwimmen genauso wichtig wie das Lesen und Schreiben, auch gehörte es zur militärischen Grundausbildung. Im angsterfüllten …

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Die Geschichte der bayrischen Spielkarten

Bayerische Geschichte(n), 11/2016: Kritische und Eisenbahner

Liebe Leserin, lieber Leser, das Watten ist ja bekanntlich eine Wissenschaft für sich, zumal in Bayern. Dort gilt es, gleich nach dem Schafkopf, als bayerischstes aller Kartenspiele. Zwischen München und Rosenheim wird man es nicht gerne hören, aber das Schafkopfen war in Franken schon seit Längerem ein beliebter Zeitvertreib nach dem sonntäglichen Kirchgang, bevor fränkische …

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Die „Orientalische Sammlung“ von Herzog Max in Bayern in Schloss Banz.

Bayerische Geschichte(n), 10/2016: Neue Nachbarn für die Münchner

Liebe Leserin, lieber Leser, ein paar Holzspäne von der Krippe Jesu, ein fast neun Meter langes ausgestopftes Krokodil, ein Päckchen Pinienkerne und sogar eine Mumie brachte Herzog Max in Bayern von seiner Orientreise im Jahr 1838 mit. Nicht nur Abenteuerlust, auch Sammelleidenschaft hatten den Herzog auf der Reise angetrieben, die insgesamt acht Monate gedauert und …

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Das Steinerbad – hier auf einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1902 – war bei den Münchner Ausflüglern besonders beliebt. (Fotos: Sammlung Bernhard Möllmann)

Bayerische Geschichte(n), 09/2016: Badevergnügen anno dazumal

Liebe Leserin, lieber Leser, im Zeitalter der Aufklärung wurde auch die Medizin und damit die Vorstellung von Gesundheit und Hygiene reformiert. Empfohlen wurde jetzt Bewegung in der Natur, mit dem Fortschreiten der Industrialisierung auch der Aufenthalt an der „frischen Luft“. Wegen der zum Teil katastrophalen hygienischen Verhältnisse zog es die Städter in den Sommermonaten aufs …

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Es ist wieder so weit: Was gibt es Schöneres bei schönem Wetter als ein Bier im Biergarten? (Foto: Volker Derlath)

Bayerische Geschichte(n), 08/2016: Das Buch zum Bier

Liebe Leserin, lieber Leser, Biergarten das Gut einbauchen hendeln & käsen weghirnen vonzeitzuzeit abwässern mit dem Sonnen untergehen hindämmern und Maß los werden Nikolaus Dominik (1951 – 2012) Bestaubt sind unsere Bücher, der Bierkrug macht uns klüger. Das Bier schafft uns Genuß, die Bücher nur Verdruß. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)   Volker …

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Daniel Stieglitz ließ sich vom Further Drachen zu einem spannenden Fantasy-Abenteuer inspirieren. (Foto: Volk Verlag) ist der weltweit größte Roboter auf vier Beinen. Hier mit dem Autor Daniel Stieglitz. (Foto: Volk Verlag)

Bayerische Geschichte(n), 07/2016: Und Drachen gibt’s doch

Liebe Leserin, lieber Leser, „Der Geruch von Schwefel versengte die Luft. Langsam und träge ertönte ein Schnaufen und Grollen in der Dunkelheit. Rauchschwaden entstiegen der Höhle und wurden von einem glutroten Leuchten durchflutet. Zwei scharfe, goldene Augen mit geschlitzten Pupillen funkelten bedrohlich in der Finsternis. Dann trat er hervor: Der Drache war gewaltig – und …

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Dieser Bierkrug von 1895 stammt von Villeroy & Boch, Mettlach. Deckel und Dekoration wurden bei Jos. M. Mayer in München gefertigt. (Foto: Franz Kimmel/Jüdisches Museum München)

Bayerische Geschichte(n), 06/2016: Münchner Kindl und Schrapnell-Granate

Liebe Leserin, lieber Leser, „WER NIE MIT EINER VOLLEN MAASS / AUF EINEM MÜNCHNER KELLER SASS / DER WEISS NICHT WAS VOR ANDEREN VÖLKERN / DER LIEBE GOTT DEN BAYERN GAB.“ Der Bierkrug mit dieser Aufschrift, einem Bild der Stadtsilhouette und dem Münchner Kindl auf dem Zinndeckel war im ausgehenden 19. Jahrhundert ein beliebtes Souvenir …

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Das Wappen von Herzog Maximilian I., ab 1623 Kurfürst von Bayern: Er war neben dem Kaiser die führende Persönlichkeit der katholischen Fürsten im Heiligen Römischen Reich. (Foto: Archiv Pfarrei St. Peter, München)

Bayerische Geschichte(n), 05/2016: Wie man Bier zu Geld macht

Liebe Leserin, lieber Leser, das Brauen von Weißbier, von Bier aus Weizen also, war in Bayern lange Zeit verboten. „Was dann das weiß Pier belangt“, befand Herzog Albrecht V. im November 1567, so sei dies „ein getrank, das weder nert, weder sterck, kraft noch macht gibt, und dahin gericht ist, das es die zechleut oder …

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So stellt sich der Zeichner Peter Puck Herzog Wilhelm IV. bei der Unterzeichnung des Reinheitsgebots vor.

Bayerische Geschichte(n), 04/2016: So oder so ähnlich könnte es gewesen sein

Liebe Leserin, lieber Leser, das haben Bayern und die Welt nun davon. „Streich Er alles ab ,Hopfen‘!“, soll  Herzog Wilhelm IV. seinerzeit gesagt haben, als man ihm den ersten Entwurf für das später als Reinheitsgebot berühmt gewordene Gesetz vortrug. Eine frisch eingeschenkte Maß hielt er, gemütlich in seinem Thron sitzend, schon in der Hand. Vielleicht …

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Write local, read local: Sein neuer Roman „Mangfall ermittelt“ ist auch eine Hommage des Münchner Autors Harry Kämmerer an seine Heimatstadt. (Fotos: Harry Kämmerer)

Bayerische Geschichte(n), 03/2016: Wo kimmt de her, wo geht di hi?

Liebe Leserin, lieber Leser, Harry Kämmerer nimmt seine Neue mit: Beim Münchner Krimifestival liest er aus seinem soeben im Volk Verlag erschienenen Roman „Mangfall ermittelt“. Die Oberkommissarin Andrea Mangfall, die Kämmerer für seine neue Krimireihe erfand, ist hauptberuflich bei der Münchner Mordkommission beschäftigt. Den Rest der Zeit wurschtelt sie sich durch ihr komplexes Privatleben in …

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Der Federstrich im Selbstporträt als Psychogramm: „Der Andere in mir, der sich Ärgernde, der ewig Unruhige, der Störer, der Wegelagerer hat mir wieder aufgelauert …“

Bayerische Geschichte(n), 02/2016: Absonderlein ist etwas matt

Liebe Leserin, lieber Leser, so vielgesichtig, wie der Bildhauer Helmut Ammann im Jahr 1987 sein Selbstporträt in Bronze arbeitete, so vielschichtig sah er auch seine eigene Persönlichkeit: Er habe 36 Seelen, sagte er über sich selbst. Dialogische Selbstgespräche, schriftlich in seinen Tagebüchern festgehalten, führten ihn aus Schaffens- und Lebenskrisen heraus: „So wie der Mensch, der …

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Bayerische Geschichte(n), 01/2016: Wann da Maschkera will, muss as Deandl mit eam tanzn

Liebe Leserin, lieber Leser, jetzt ist es wieder so weit: In Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen, aber auch in kleineren Ortschaften wie Farchant und Grainau sind die Maschkera unterwegs. Die Werdenfelser Fasnacht mit ihren uralten Ritualen beginnt nach Heiligdreikönig. Vor hundert Jahren allerdings, im Winter 1915, hatte man das Maskengehen wegen des Ersten Weltkriegs ganz verboten. Aber …

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Der Sechsstern als Zunftzeichen der Brauer und Mälzer diente auch einer Fürther Brauerei als Symbol. (Foto: Janericloebe)

Bayerische Geschichte(n), 33/2015: Rausch mit Nebenwirkungen

Liebe Leserin, lieber Leser, im ausgehenden 15. Jahrhundert kostete eine Maß Bier in München einen Pfennig, wohingegen man für dieselbe Menge des aus Italien stammenden, sogenannten „Welsch-Weins“ mindestens zehn bis 14 Pfennige hinlegen musste. Der gute „Malvasier“ kostete sogar 32 Pfennige, also mehr als ein „zünftiger“ Handwerker am Tag verdiente. Kein Wunder, dass die Münchner …

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Bayerische Geschichte(n), 32/2015: Mord mit Musik

Liebe Leserin, lieber Leser, am 23. November hieß es in den Räumen des Volk Verlags: Licht aus – Musik an. Der Gitarrensound gehört nämlich zu den Lesungen von Harry Kämmerer wie die Isar zu München oder das Reinheitsgebot zu Bayern. Dabei haben die Romane des Krimiautors aus dem Münchner Stadtteil Haidhausen wenig mit den üblichen …

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Nur zwei Buchstaben machen im Bairischen den Unterschied zwischen Kersch und Keschn. Im Jahresverlauf kommen sie sich saisonal aber nicht in die Quere: Erstere versüßen den Sommer, während Letztere zur Winterzeit als geröstete Maroni heißbegehrt sind.

Bayerische Geschichte(n), 31/2015: Von Kersch und Keschn

Liebe Leserin, lieber Leser, was einen echten Bayern ausmacht, wusste schon der Schriftsteller Franz von Kobell, der 1871 mit seiner wohl berühmtesten Figur, dem Brandner Kasper, geradezu ein Paradebeispiel für ein gestandenes bayerisches Mannsbild ersonnen hat: Ein „fleißiger braver Mo‘ (…) und lusti‘ und schneidi’“ ist der Brandner Kasper, „g’forcht’n hat er ihm vor gar …

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Ein Haidhauser Muatterl trägt die Einkäufe nach Hause.

Bayerische Geschichte(n), 30/2015: Man enthalte sich des Rauchens

Liebe Leserin, lieber Leser, bei Herrn Beck in der Wörthstraße kann man die Rasierklingen noch einzeln kaufen. Herr Beck lobt die Kernseife mit echtem Bor. Die Auslagen im Schaufenster beschriftet er stets selbst, von Hand und in akkurater Schönschrift. „Das ist viel wirkungsvoller als die gedruckte Reklame!“ – so seine Überzeugung. Zum Sortiment der Drogerie …

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