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Die „Orientalische Sammlung“ von Herzog Max in Bayern in Schloss Banz.

Bayerische Geschichte(n), 10/2016: Neue Nachbarn für die Münchner

Liebe Leserin, lieber Leser, ein paar Holzspäne von der Krippe Jesu, ein fast neun Meter langes ausgestopftes Krokodil, ein Päckchen Pinienkerne und sogar eine Mumie brachte Herzog Max in Bayern von seiner Orientreise im Jahr 1838 mit. Nicht nur Abenteuerlust, auch Sammelleidenschaft hatten den Herzog auf der Reise angetrieben, die insgesamt acht Monate gedauert und …

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Das Steinerbad – hier auf einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1902 – war bei den Münchner Ausflüglern besonders beliebt. (Fotos: Sammlung Bernhard Möllmann)

Bayerische Geschichte(n), 09/2016: Badevergnügen anno dazumal

Liebe Leserin, lieber Leser, im Zeitalter der Aufklärung wurde auch die Medizin und damit die Vorstellung von Gesundheit und Hygiene reformiert. Empfohlen wurde jetzt Bewegung in der Natur, mit dem Fortschreiten der Industrialisierung auch der Aufenthalt an der „frischen Luft“. Wegen der zum Teil katastrophalen hygienischen Verhältnisse zog es die Städter in den Sommermonaten aufs …

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Es ist wieder so weit: Was gibt es Schöneres bei schönem Wetter als ein Bier im Biergarten? (Foto: Volker Derlath)

Bayerische Geschichte(n), 08/2016: Das Buch zum Bier

Liebe Leserin, lieber Leser, Biergarten das Gut einbauchen hendeln & käsen weghirnen vonzeitzuzeit abwässern mit dem Sonnen untergehen hindämmern und Maß los werden Nikolaus Dominik (1951 – 2012) Bestaubt sind unsere Bücher, der Bierkrug macht uns klüger. Das Bier schafft uns Genuß, die Bücher nur Verdruß. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)   Volker …

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Furchterregend, aber zum Glück nicht echt: Der Further Drache ist der weltweit größte Roboter auf vier Beinen. Hier mit dem Autor Daniel Stieglitz. (Foto: Volk Verlag)

Bayerische Geschichte(n), 07/2016: Und Drachen gibt’s doch

Liebe Leserin, lieber Leser, „Der Geruch von Schwefel versengte die Luft. Langsam und träge ertönte ein Schnaufen und Grollen in der Dunkelheit. Rauchschwaden entstiegen der Höhle und wurden von einem glutroten Leuchten durchflutet. Zwei scharfe, goldene Augen mit geschlitzten Pupillen funkelten bedrohlich in der Finsternis. Dann trat er hervor: Der Drache war gewaltig – und …

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Dieser Bierkrug von 1895 stammt von Villeroy & Boch, Mettlach. Deckel und Dekoration wurden bei Jos. M. Mayer in München gefertigt. (Foto: Franz Kimmel/Jüdisches Museum München)

Bayerische Geschichte(n), 06/2016: Münchner Kindl und Schrapnell-Granate

Liebe Leserin, lieber Leser, „WER NIE MIT EINER VOLLEN MAASS / AUF EINEM MÜNCHNER KELLER SASS / DER WEISS NICHT WAS VOR ANDEREN VÖLKERN / DER LIEBE GOTT DEN BAYERN GAB.“ Der Bierkrug mit dieser Aufschrift, einem Bild der Stadtsilhouette und dem Münchner Kindl auf dem Zinndeckel war im ausgehenden 19. Jahrhundert ein beliebtes Souvenir …

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Das Wappen von Herzog Maximilian I., ab 1623 Kurfürst von Bayern: Er war neben dem Kaiser die führende Persönlichkeit der katholischen Fürsten im Heiligen Römischen Reich. (Foto: Archiv Pfarrei St. Peter, München)

Bayerische Geschichte(n), 05/2016: Wie man Bier zu Geld macht

Liebe Leserin, lieber Leser, das Brauen von Weißbier, von Bier aus Weizen also, war in Bayern lange Zeit verboten. „Was dann das weiß Pier belangt“, befand Herzog Albrecht V. im November 1567, so sei dies „ein getrank, das weder nert, weder sterck, kraft noch macht gibt, und dahin gericht ist, das es die zechleut oder …

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So stellt sich der Zeichner Peter Puck Herzog Wilhelm IV. bei der Unterzeichnung des Reinheitsgebots vor.

Bayerische Geschichte(n), 04/2016: So oder so ähnlich könnte es gewesen sein

Liebe Leserin, lieber Leser, das haben Bayern und die Welt nun davon. „Streich Er alles ab ,Hopfen‘!“, soll  Herzog Wilhelm IV. seinerzeit gesagt haben, als man ihm den ersten Entwurf für das später als Reinheitsgebot berühmt gewordene Gesetz vortrug. Eine frisch eingeschenkte Maß hielt er, gemütlich in seinem Thron sitzend, schon in der Hand. Vielleicht …

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Write local, read local: Sein neuer Roman „Mangfall ermittelt“ ist auch eine Hommage des Münchner Autors Harry Kämmerer an seine Heimatstadt. (Fotos: Harry Kämmerer)

Bayerische Geschichte(n), 03/2016: Wo kimmt de her, wo geht di hi?

Liebe Leserin, lieber Leser, Harry Kämmerer nimmt seine Neue mit: Beim Münchner Krimifestival liest er aus seinem soeben im Volk Verlag erschienenen Roman „Mangfall ermittelt“. Die Oberkommissarin Andrea Mangfall, die Kämmerer für seine neue Krimireihe erfand, ist hauptberuflich bei der Münchner Mordkommission beschäftigt. Den Rest der Zeit wurschtelt sie sich durch ihr komplexes Privatleben in …

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Der Federstrich im Selbstporträt als Psychogramm: „Der Andere in mir, der sich Ärgernde, der ewig Unruhige, der Störer, der Wegelagerer hat mir wieder aufgelauert …“

Bayerische Geschichte(n), 02/2016: Absonderlein ist etwas matt

Liebe Leserin, lieber Leser, so vielgesichtig, wie der Bildhauer Helmut Ammann im Jahr 1987 sein Selbstporträt in Bronze arbeitete, so vielschichtig sah er auch seine eigene Persönlichkeit: Er habe 36 Seelen, sagte er über sich selbst. Dialogische Selbstgespräche, schriftlich in seinen Tagebüchern festgehalten, führten ihn aus Schaffens- und Lebenskrisen heraus: „So wie der Mensch, der …

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Bayerische Geschichte(n), 01/2016: Wann da Maschkera will, muss as Deandl mit eam tanzn

Liebe Leserin, lieber Leser, jetzt ist es wieder so weit: In Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen, aber auch in kleineren Ortschaften wie Farchant und Grainau sind die Maschkera unterwegs. Die Werdenfelser Fasnacht mit ihren uralten Ritualen beginnt nach Heiligdreikönig. Vor hundert Jahren allerdings, im Winter 1915, hatte man das Maskengehen wegen des Ersten Weltkriegs ganz verboten. Aber …

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Der Sechsstern als Zunftzeichen der Brauer und Mälzer diente auch einer Fürther Brauerei als Symbol. (Foto: Janericloebe)

Bayerische Geschichte(n), 33/2015: Rausch mit Nebenwirkungen

Liebe Leserin, lieber Leser, im ausgehenden 15. Jahrhundert kostete eine Maß Bier in München einen Pfennig, wohingegen man für dieselbe Menge des aus Italien stammenden, sogenannten „Welsch-Weins“ mindestens zehn bis 14 Pfennige hinlegen musste. Der gute „Malvasier“ kostete sogar 32 Pfennige, also mehr als ein „zünftiger“ Handwerker am Tag verdiente. Kein Wunder, dass die Münchner …

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Bayerische Geschichte(n), 32/2015: Mord mit Musik

Liebe Leserin, lieber Leser, am 23. November hieß es in den Räumen des Volk Verlags: Licht aus – Musik an. Der Gitarrensound gehört nämlich zu den Lesungen von Harry Kämmerer wie die Isar zu München oder das Reinheitsgebot zu Bayern. Dabei haben die Romane des Krimiautors aus dem Münchner Stadtteil Haidhausen wenig mit den üblichen …

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Nur zwei Buchstaben machen im Bairischen den Unterschied zwischen Kersch und Keschn. Im Jahresverlauf kommen sie sich saisonal aber nicht in die Quere: Erstere versüßen den Sommer, während Letztere zur Winterzeit als geröstete Maroni heißbegehrt sind.

Bayerische Geschichte(n), 31/2015: Von Kersch und Keschn

Liebe Leserin, lieber Leser, was einen echten Bayern ausmacht, wusste schon der Schriftsteller Franz von Kobell, der 1871 mit seiner wohl berühmtesten Figur, dem Brandner Kasper, geradezu ein Paradebeispiel für ein gestandenes bayerisches Mannsbild ersonnen hat: Ein „fleißiger braver Mo‘ (…) und lusti‘ und schneidi’“ ist der Brandner Kasper, „g’forcht’n hat er ihm vor gar …

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Ein Haidhauser Muatterl trägt die Einkäufe nach Hause.

Bayerische Geschichte(n), 30/2015: Man enthalte sich des Rauchens

Liebe Leserin, lieber Leser, bei Herrn Beck in der Wörthstraße kann man die Rasierklingen noch einzeln kaufen. Herr Beck lobt die Kernseife mit echtem Bor. Die Auslagen im Schaufenster beschriftet er stets selbst, von Hand und in akkurater Schönschrift. „Das ist viel wirkungsvoller als die gedruckte Reklame!“ – so seine Überzeugung. Zum Sortiment der Drogerie …

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Bayerische Geschichte(n), 29/2015: Nylonstrümpfe und Kaffee: „Hot Stuff“ in der Möhlstraße

  Liebe Leserin, lieber Leser, Nylonstrümpfe, Schuhcreme, Schnürsenkel, Rasierklingen und Zigaretten: Ein Verkaufsstand reiht sich an den nächsten, soweit das Auge reicht. Ein doch recht ungewöhnliches Bild für die Nachkriegszeit. Hier fand der kaufwillige und -kräftige Kunde fast alles, was das Herz begehrte – während die Bevölkerung Bayerns vielerorts Hunger litt und zum Teil lebenswichtige …

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Bayerische Geschichte(n), 28/2015: Von Torhütern, Nachtzetteln und Pechpfannen

Liebe Leserin, lieber Leser näherte man sich als Reisender dem mittelalterlichen München, so bot die Stadt einen wehrhaften Anblick: Sie war von einem doppelten Mauerring umgeben. Kam man von Osten auf der alten Salzstraße über die Isarbrücke, dann war dem zur Flussseite gelegenen Isartor direkt an der Brücke das sogenannte Rote Tor vorgelagert. Der Ratsturm, …

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Bayerische Geschichte(n), 27/2015: Geheimnisse aus Omas Backstube

Liebe Leserin, lieber Leser, Zimt, Nelken, Kardamom, gestoßene Vanille und fein abgeriebene Orangenschale – in der Backstube von Ida Riss muss es zur Vorweihnachtszeit herrlich geduftet haben. Für das Backen nahm sich die Gattin des Münchner Amtsgerichtspräsidenten stets selbst Zeit, auch wenn ihr standesgemäß Köchin und Hausmädchen für derlei Aufgaben zur Seite standen. Der Herd …

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Bayerische Geschichte(n), 26/2015: Die wunderbaren Wunderjahre

Liebe Leserin, lieber Leser, Telefonzellen? Das waren diese gelben Häuschen mit öffentlichen Münzfernsprechern, in die man 20 Pfennig einwerfen musste, um dann stundenlange Ortsgespräche führen zu können. Telefone für unterwegs sozusagen. Schallgeschützt das Ganze übrigens. Ab den 1920er Jahren gehörten Telefonhäuschen mit Münzfernsprechern zum vertrauten Bild öffentlicher Plätze und Straßen, ab 1946 waren sie überall …

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Bayerische Geschichte(n), 25/2015: Schwabing leuchtet

Liebe Leserin, lieber Leser, zu Schwabing gehören die Bohème und das wilde, süße Leben. Schwabing war das berühmteste Künstlerviertel des Kaiserreichs, im Zeitalter autoritärer Zensur mit Abstand der liberalste Ort in Deutschland. „Schwabing ist kein Ort, sondern ein Zustand“, befand Fanny Gräfin zu Reventlow, selbst eine der schillerndsten Protagonistinnen der Schwabinger Bohème. Weitaus weniger bekannt …

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Bayerische Geschichte(n), 24/2015: Heiliger Leonhard, bitt für uns!

Liebe Leserin, lieber Leser, „Weibersterbn is koa Verderbn, aba Roßvarecka, des ko di schrecka“, sagte man früher in Bayern. Auch wenn man diesen derben Spruch nicht allzu wörtlich verstehen sollte, so weist er doch eindrücklich darauf hin, dass Pferde für die Bauern in früheren Jahrhunderten ein kostbarer Besitz waren. Und so erklärt es sich auch, …

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Bayerische Geschichte(n), 23/2015: Wie der Fredl das Musikkabarett erfunden hat

Liebe Leserin, lieber Leser, „Bin i froh, dassd do bist! Heit muasst spuin!“ Damit hatte Fredl Fesl nicht gerechnet, denn eigentlich hatte er auch an jenem denkwürdigen Abend seine Gitarre nur dabei, um sich – als Musiker getarnt –am Kassenfräulein vorbei in sein Stammlokal zu schmuggeln. Das „Song Parnass“ in der Einsteinstraße war im München …

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Bayerische Geschichte(n), 22/2015: From Landsberg with Love

Liebe Leserin, lieber Leser, für die „German Fräuleins“ soll sich der Airman Johnny Cash, der von 1951 bis 1954 in Landsberg am Lech stationiert war, gar nicht interessiert haben. Beinahe täglich schrieb er einen langen Brief an seine Verlobte Vivian Liberto, die in Texas drei lange Jahre auf ihn wartete. Nichts fürchtete er mehr, als …

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Bayerische Geschichte(n), 21/2015: Es war „unser München“…

Liebe Leserin, lieber Leser, weil gläubige Juden am Sabbat außer Haus keine Gegenstände transportieren dürfen, trugen am Samstag die Nachbarskinder dem kleinen Lion und den anderen Sprößlingen der Familie Feuchtwanger den Schulranzen in die Schule. Als Gegenleistung erhielten sie ein Mittagessen im Haus der Feuchtwangers. Um die Sabbatruhe zu wahren und gleichzeitig die Produktion weiterlaufen …

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Bayerische Geschichte(n), 20/2015: Geradestehen für den Fotografen

Liebe Leserin, lieber Leser, da wird einem schon beim Anblick schwindelig: Drei Männer stehen völlig frei auf der Spitze des St.-Georg-Kirchturms in Freising und posieren für den Fotografen. Eine waghalsige Aktion, die damals am 14. Juni 1892 sicherlich zahlreiche Schaulustige anlockte. Den drei Spenglern, die seinerzeit umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Kirchturm durchführten, ist zum Glück nichts …

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Bayerische Geschichte(n), 19/2015: Bewohner und Bewahrer

Liebe Leserin, lieber Leser, die Bewohner des Olympiadorfes verstehen sich, wohl mehr als die Bewohner anderer Münchner Stadtviertel, als eine besondere Gemeinschaft – vielleicht nicht zuletzt aufgrund der einzigartigen Geschichte und Architektur des Dorfes: Wie ein See wirkt die Flachsiedlung des olympischen Frauendorfes, hinter der sich das Gebirge des Männerdorfes in drei Wellen auftürmt. Vielbefahrene …

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Bayerische Geschichte(n), 18/2015: Vom „Bauernnest“ zur Musikstadt

Liebe Leserin, lieber Leser, ein echtes Münchner Kindl war der berühmte Komponist Richard Strauss, der am Altheimer Eck 16, direkt in der Münchner Altstadt am 11. Juni 1864 das Licht der Welt erblickte. Sein Vater Franz Strauss, Hornist im Hoforchester, und seine Mutter Josephine, die aus der Bierbrauer-Dynastie Pschorr stammte, förderten den kleinen Richard schon …

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