Bayerische Geschichte(n) 10/2010: Unbekanntes Flugobjekt über der Wiesn

Die Begeisterung für die Fliegerei sprang schließlich auch auf das Oktoberfest über, wie sich an dieser Spaßkarte deutlich ablesen lässt.
die Menschenmenge auf dem Oktoberfest traute ihren Augen nicht: Hoch am Himmel näherte sich ein unbekanntes Flugobjekt mit atemberaubender Geschwindigkeit der Festwiese. Die Besucher blieben gebannt stehen und beobachteten mit einer Mischung aus Faszination und Schrecken das sich nähernde Gefährt. Wer steuerte dieses neuartige Fluggerät und was führte er wohl im Schilde? Eins war sicher, die Jubiläumswiesn 1910 wurde Zeuge einer Sensation …

Otto Lindpaintner beim Flug „Rund um München“ am 14. Juni 1913 auf dem Flugfeld Puchheim, Fotokarte.

Ein Plakat der „Akademie für Aviatik“ mit der Darstellung eines „Teufelskerls“, der sich mit seinem Flugapparat im Anflug auf München befindet (Foto: Hermann Historica Auktionen, München).
Doch dieses Mal ging alles gut. Auch die Wiesn-Besucher erholten sich schnell von dem anfänglichen Schrecken, winkten und jubelten Lindpaintner zu. Dieser setzte jedoch nicht, wie ursprünglich geplant, zur Landung auf der Theresienweise an. Schuld daran war angeblich die bestehende Lustbarkeitssteuer, die Lindpaintner fürchtete, im Falle einer Landung entrichten zu müssen. Für seinen aufsehenerregenden Flug über das Oktoberfest wurde Otto Lindpaintner vom Magistrat der Stadt München schließlich die „Silberne Oktoberfest-Medaille“ verliehen.

Bürgerliches Sonntagsvergnügen. Besucher einer Flugveranstaltung mit Otto Lindpaintner vor dessen Sommer-Doppeldecker auf dem Flugfeld Puchheim, Postkarte des Flugplatzfotografen Josef Poehlmann (Foto: Bayerisches Hauptstaatsarchiv).
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Flugfeld Puchheim
€19.90 |

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